The Honeymoon – Phase 1 of the Cultural Shock? (German and English)

Flitterwochen … Liebe, Freude, Eierkuchen, könnte man mit einer leichten Abwandlung eines zumindest (Ex-)Bibi-Blocksberg-Fans bekannten Sprichwortes sagen.
Laut Dan Fishel ist „The Honeymoon“ die erste trügerische Überdrüber-Happy-Phase des von ihm beschriebenen Kulturschocks. Anfang des Jahres 2008 hielt er, damals israelischer Journalismus- und Businessstudent an der Columbia Business School, einen Vortrag im Rahmen des Orientierungsprogrammes für internationale Studenten an besagter Universität. Selbst 2 ½ Jahre früher erst in die Vereinigten Staaten gekommen, wusste er ja selbst nur zu gut, was den Universitätszuwachs aus aller Welt erwartete.
YouTube sei Dank bekam auch unsere Klasse im Englischunterricht die fünf Videos zu sehen. Mittlerweile habe ich die Videos drei und bald schon vier Mal gesehen und lache noch immer über die von Dan Fishel so hervorragend und humorvoll beschriebenen eigenen Erfahrungen. Auch wenn er das Ganze sehr glaubwürdig über die Bühne gebracht hat, bin ich jetzt trotzdem sehr gespannt, inwiefern sich seine Beschreibung des „Cultural Shock“ mit meinen Empfindungen decken.
Die erste Information zu meinem heutigen ersten Tag in Rom: Ich habe geschlafen wie ein Baby! Das mag jetzt recht banal klingen, heißt aber, dass ich mich pudelwohl fühle und weder Sorgen noch Zweifel habe. Bei mir ist das eine recht heikle Angelegenheit: Geschlafen wird bei mir nur, wenn ich weiß, dass mir nichts auf den Kopf fallen kann – sprichwörtlich, zumindest im Idealfall.
So habe ich den Tag schon einmal relaxt begonnen und mich zuerst im Internet (übrigens auch ein Dank dafür, lieber Gott und all ihr menschlichen Genies!)  über diverse Angelegenheiten  informiert, wie zum Beispiel über das Monatsticket für Bus und U-Bahn, welches erfreulicherweise mit einem Preis von 35€ recht erschwinglich ist. Erste Lektion hier in Rom: Geduld und Ausdauer. In Zukunft werde ich mich nicht mehr über die österreichische Bürokratie und den dortige Beamtenapparat aufregen… Grazie, ATAC (Azienda Tramvie ed Autobus del Comune di Roma)!
Italienischfremdling der ich nun mal noch bin, war ich froh über die Möglichkeit, die entsprechende Website auf Englisch angezeigt zu bekommen, auch wenn man selbst als blutiger Italienischanfänger und Spanischkundiger zumindest einen Großteil versteht. Blöd ist dann halt nur, wenn der Inhalt der Site nur zur Hälfte auf Englisch erhältlich ist.
Kleiner Tipp für alle, die einmal einen längeren Romaufenthalt planen: Achtet darauf, eure Monatstickets immer vor dem 5. des jeweiligen Monats bei einem Ticketautomaten oder einem Kiosk zu kaufen. Andernfalls viel Spaß beim stundenlangen Anstellen! Nach dem 6. eines Monats sind die entsprechenden Tickets nämlich nur in einem ATAC-Ticket-Office erhältlich, deren Standpunkte der Website leider nicht zu entnehmen sind.
Um neun Uhr aufgestanden, um 13 Uhr noch immer nicht aus der Haustüre getreten. Was ich die ganze Zeit gemacht habe? Alles Mögliche. Hauptsache, das Verlassen der Wohnung hinauszögern. Ich war klarerweise auch neugierig auf meine Abenteuer in der Ewigen Stadt, aber ich muss zugeben, dass Unsicherheit und ein gewisser Respekt vor der Großstadt meine Begeisterung ein wenig hemmten. Als alle wichtige Routen und Adressen notiert waren und ich 5 kg an Ausrüstung (Reiseführer, Kamera, Pass für diverse Anmeldungen, Geld, Stadtplan, Wörterbuch, Notizblöcke, …) in meine Riesentasche gepackt hatte, gab ich mir selbst einen kleinen Tritt in den werten Hintern und machte mich auf den Weg. Am Flughafen anzukommen, mit dem Auto direkt zur Wohnung zu fahren und sich dort einzurichten ist dann doch was anderes als das erste Mal vollkommen auf eigene Faust in einer größtenteils unbekannten Stadt loszuziehen.
Um mein Monatsticket zu besorgen bin ich dann einfach zum Bahnhof Roma Termini gefahren und zwar schwarz, weil dem kleinen gelben Ticketautomat direkt im Bus meine spanischen 1€-Münzen nicht geschmeckt haben – er hat sie wieder und wieder ausgespuckt. Nachdem ich mich zuerst an die 2 ½ Stunden bei den Offices der Trenitalia angestellt hatte, wurde ich zwei Etagen unter die Erde zu den tatsächlichen ATAC-Offices geschickt. Leuuute, ich sag euch eins: Da unten zu arbeiten muss einen ja wahnsinnig machen! Ich war schon nach den zwei Stunden Anstellen froh, wieder an die frische Luft und ans Tageslicht zu kommen. 😛 Noch dazu hatte es da unten gefühlte 30° C. Also gut, schließlich war auch das geschafft.
Und dann ging‘s los! Zuerst hatte ich echte Hemmungen mich mit Stadtplan in der Hand und gezückter Kamera wie ein waschechter Tourist zu präsentieren, aber im Grunde bin ich ja einer, also: Wenn schon, denn schon. In Rom kann man sich das Photographieren ja soundso nicht verkneifen. Ich zumindest ganz bestimmt nicht. 🙂
Schon 200 m nach dem Bahnhof in Richtung la Piazza Repubblica machte sich ein Dauerlächeln auf meinem Gesicht breit, dass ich, komme ich gerade drauf, bis jetzt nicht abgelegt habe. Es war so herrlich einfach alleine und mehr oder weniger ziel- und zeitdrucklos durch Rom zu spazieren. Im Grunde habe ich einen besseren Orientierungssinn was Rom betrifft, als angenommen. Immer wieder entdeckte ich Orte und Bauwerke, die mir schon von unserer Schulreise vor 2 ½ Jahren bekannt waren, was mir – ja, das ist wahnsinnig kitschig, aber wahr – das Gefühl gab, Bekannte wieder zu treffen und mich so auch ein wenig sicherer machte. Abgesehen davon, dass es immer angenehm ist, Anhaltspunkte zu haben, ist es selbst in Wien immer wieder ein breites Grinsen wert, wenn man in einer unbekannt geglaubten Gegend durch ein Gässchen spaziert oder eine Straße entlang fährt und auf einmal ein vertrautes Plätzchen vor einem auftaucht. Puzzlefans kennen das Gefühl auch recht gut, glaube ich.
Mädis und Bubis gleichermaßen: Rom ist voller großartiger Geschäfte, die ihre Mode im Grunde zu moderaten Preisen anbieten. Auch für diejenigen mit Faible für die neuesten Designerstücke und dem notwendigen dicken Portemonnaie gibt mehr als genug Shopping-Adressen.
Ich bin mit meinen hunderttausend Notizblöcken und gezücktem Stift durch die Straßen gestolpert und habe mir sofort jedes interessante Geschäft namentlich und gleich auch die jeweilige Adresse notiert. Auf einen Supermarkt bin ich erst am Heimweg gestoßen, nachdem ich mich in der Societá Dante Alighieri für meinen Italienischkurs angemeldet hatte. Ich glaube ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich mich noch nie so sehr über ein Spar-Schild gefreut habe. Ich hatte vor lauter Aufregung und Erledigungen den gesamten Tag vollkommen aufs Essen und Trinken vergessen und da die Castelfrancos gerade erst aus den Ferien zurückgekommen sind und Sabina heute Früh wieder auf eine berufliche Kurzreise gegangen ist, schaut der Kühlschrank eher traurig aus. Pasta gibt’s genug! Ist ja auch was Gutes, aber um ganz ehrlich zu sein muss ich mich jetzt nicht unbedingt mit Kohlehydraten vollstopfen. 😛 Also hab ich schnell etwas Obst, weißes Joghurt, meinen Lieblingstee, eine Flasche Wasser und ein einfaches Müsli gekauft. Ab einem gewissen Punkt habe ich dann einen Bus nach Hause genommen und war so darin vertieft, durch die Fensterscheibe die Stadt zu bewundern, dass ich, und da hat mein Grinsen dann eine kurze Auszeit genommen, IRGENDWO gelandet bin. Dieser Fehler ließ sich dankenswerterweise recht schnell beheben – einfach dieselbe Linie in die andere Richtung nehmen – und ja, dann war ich auch schon zu Hause, mein erster Tag in Rom vorüber und meine Begeisterung für Rom nur noch stärker entfacht.
Honeymoon? Kann sein. Wir werden sehen, wie lange ich mich auf meiner römischen Wolke-7 halte 🙂

Hier der Link zum ersten Teil des Vortrages von Dan Fishel. Insgesamt dauert das Ganze zwar an die 40 Minuten, aber mir ist’s die Zeit absolut wert!

According to Dan Fishel, former journalism and business student at Columbia Business School, “The Honeymoon” is the deceptive first phase of the major cultural shock he described in a presentation he did at the beginning of 2008. He had been asked to do the presentation in the context of the Orientation Program for international students of CBS because he himself had come to the U.S. only 2 ½ years before and therefore knew exactly what was awaiting the addition to the university from all over the world.
YouTube be thanked, our English-teacher was able to show us those five videos. Even though I will soon have watched them for the fourth time I still have to laugh at Dan Fishel so excellently and humorously described experience as student in a foreign country. Even though he gets across his description of the cultural shock quite credibly I am curious if his representation of it will go along with my own perception.
The first piece of information concerning my first day alone in Rome: I slept like a baby! It might sound rather trivial but it proves that I am neither worried nor doubtful. With me sleeping is a quite delicate matter. I am not able to sleep unless I am a hundred percent sure that there is nothing that could catch me unawares.
That way I could start the day entirely relaxed. Over the internet I informed myself about different matters that needed to be settled first thing that day (By the way, thanks for the Internet God and all you human geniuses out there!), like for example the monthly bus and  underground ticket. Thankfully, with a price of 35€, it is quite affordable. First lesson here in Rome: patience and endurance. I will never ever again be upset with the Austrian bureaucracy and civil service machinery… grazie, ATAC (Azienda Tramvie ed Autobus del Comune di Roma)!
Alien to the Italian language that I am did I welcome the possibility to display the website in English. Unfortunately only half of what the site usually contained was offered in English.
To all of you who might plan a longer stay in Rome one day: See to that you always buy your monthly tickets at ticket machines or kiosks before the fifth of each month. Otherwise have fun queuing up! After the sixth of each month those tickets are sold only at ATAC-Ticket-Offices, of which the locations unfortunately cannot be gathered from the ATAC-website.
Although I got up at 9 am I had not left the house yet at 1 pm. What took me so long? Everything possible. The main thing was to delay leaving the house. Of course, I was curious which adventures awaited me in the Eternal City but I have to admit that my excitement was hindered by uncertainty and respect for that large town. After I had written down the most important routes and addresses and I had packed 5 kg of equipment into my extra-large bag (travel guide, camera, my passport for different enrollments, some money, a map of Rome, my dictionary, notepads, …), I gave myself a gentle kick in the rear and set off. It is one thing to arrive at the airport, get into the car, drive directly to the apartment and move in there but it is another thing to go off on my own through a mainly unfamiliar city.
To buy my ticket I simply went to the train station Roma Termini – without paying because the little yellow ticket machine in the bus did not like my Spanish 1€-coins. He spat them out time and again. After I had stood in line in front of the offices of Trenitalia I was sent down two levels to the actual ACTA-offices. Guys, I tell you this: Working down there must drive anybody crazy! Even after two hours of queuing I was happy as can be to be above the surface of the earth again and to breathe fresh air. Plus, it felt like 30° C down there. Well, this mission was accomplished.
Only now did my day really start! At first I felt a little bit uncomfortable presenting myself as a genuine tourist with camera and map in my hands, but in the end it is what I am and if a thing is worth doing, it is worth doing well. Besides, who could resist the desire to take pictures in Rome? I, at least, cannot. 🙂
About 200 meters from the train station towards la Piazza Repubblica a broad permanent smile had made itself at home on my face, which, as I just realized, still has not vanished. I really enjoyed strolling through Rome on my own more or less aimless and without time pressure. In fact I my sense of direction here in Rome is much better than I expected. Again and again I rediscovered places and buildings that I already knew from our school trip 2 ½ years ago. I know it sounds cheesy but that gave me the feeling of bumping into old friends and helped me overcome my insecurity. Apart from the fact that it is always good to have a clue of where you are, even in Vienna arriving someplace you know in an area you thought completely strange is always worth a smile. I suppose puzzle fans know that feeling very well.
Girls as well as boys: Rome is boasting of wonderful shops the fashion of which is available to moderate prices. Those of you who have deep pockets and a foible for designer clothes will not be disappointed either.
Well, here I was, stumbling through the streets of Rome, jotting down the name and address of each and every interesting shop, bar and café. It was only on my way home that I came across a supermarket after I had successfully registered for my Italian language course at Societá Dante Alighieri. I dare say I had never before been as glad to spot a Spar-sign as then. The whole day I had completely forgotten to eat and drink for excitement and all that needed to be settled. The Castelfrancos had just returned from their holiday which is why the fridge was a rather sorry sight. There is enough pasta, but even though I enjoy eating pasta I am not eager to gorge myself on carbohydrates. 😛 That is why I just bought some fruits, plain yoghurt, my favorite tea, a bottle of water and a simple muesli.
I took the bus home and was so busy looking out of the window that I totally forgot to get off the bus at the right stop. The moment I realized I had landed someplace completely wrong my permanent smile took a short break but thankfully that little error could be rectified – I simply went in the opposite direction with the next bus of the same line – and soon I was home. My first day in Rome had gone past but my enthusiasm for Rome had only been intensified. Honeymoon? Who knows. We will see how long I will be on my roman cloud nine 🙂

Here is the link to the first part of Dan Fishel’s presentation. All in all it takes about forty minutes to watch it in whole but in my eyes it is absolutely worth it!

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2 Kommentare zu “The Honeymoon – Phase 1 of the Cultural Shock? (German and English)

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