Beautiful People

„The only thing I see is beautiful people“ – Chris Brown in ‚Beautiful People‘ ft. Benni Benassi

Ich genieße es unglaublich mich unter den Menschen hier zu bewegen. Bisher habe ich nur nette, offenherzige und zuvorkommende Leute getroffen, abgesehen von einer leicht genervten Busfahrerin. Gestern war ich einkaufen und war so beschäftigt damit, mich so schnell wie möglich im Supermarkt zurecht zu finden, dass ich vollkommen vergaß daran zu denken, mir beim Eingang einen Einkaufskorb zu schnappen. Also hieß es: Stapeln, was das Zeug hält – und vor allem was meine Arme halten. Bei der Kassa stand dann ein junger Mann hinter mir, der nur ein Vierer-Tragerl RedBull zu bezahlen hatte und ich, mein südländische Ader auslebend, bot ihm an, vor mir zu bezahlen. Der Gute hat mich über den Turm an Lebensmitteln in meinen Armen hinweg zweifelnd angeschaut und gefragt, ob ich mir ganz sicher bin. Erst als ich ihm nochmal versichert hatte, dass es mein vollkommener Ernst ist, bedankte er sich, holte ein Einkaufskörbchen und half mir dabei, mein tolles Lebensmittelbauwerk abzutragen und Stück für Stück in den Korb zu verlagern. Als ich dann an der Kassa dran war und die Einkäufe in meine herrlich riesige Tasche packte, zerriss zu allem Überfluss die Plastikverpackung der Paradeiser und der Inhalt kullerte überall herum. So schnell kann man gar nicht schauen hatte die Kassierin schon ein Plastiksackerl gezückt und half mir dabei, das entflohene Gemüse wieder aufzuklauben. Sowas Nettes! In Wien wär mir das höchstens bei meinem Stamm-Gourmetspar passiert, beim Billa auf der Landstraße hätten mich zumindest 80 % der Kassierer entnervt angeschaut und wären einfach dazu übergegangen, den nächsten Kunden abzufertigen. Oder sehe ich das zu einseitig?
Wenig später machte ich mich wieder auf die Socken in Richtung Pizzeria La Mora, wo die Buben zum Geburtstagsfest einer Schulfreundin eingeladen waren. Sabinas Mutter, Luisa, hatte mir in der Früh die Schule gezeigt und dankenswerterweise auch das Restaurant. So wusste ich genau wo ich hin musste.

Als ich beim Restaurant ankam, war ich hin und weg. Die Schule der Kinder hat in jeder Klasse zumindest ein Kind, dass mit einer Behinderung leben muss. Dieses Vorgehen hat zweierlei Vorteile: Erstens wird dem Kind mit Behinderung von Kindesbeinen an verständlich gemacht, dass es genauso zur Gesellschaft gehört, wie gesunde Kinder. In Sonderklassen ist es leichter das Gefühl zu bekommen, man gehöre zu einer Gruppe von Außenseitern. Zweitens werden sowohl die Sozialkompetenz, als auch das Verständnis der anderen Kinder im Umgang mit Menschen mit Behinderung gefördert. Das Geburtstagskind, Angela, hat das Down-Syndrom und die Kinder springen so rührend mit ihr um! Angela saß umringt von ihren Freunden am Tisch und bekam von der aufgeregt durcheinander redenden Meute ein Geschenk nach dem anderen in die Hand gedrückt, bis die Süße fast hinter dem Geschenkpapierberg verschwand. Wenn Angela ein kleines Problem beim Auspacken hatte, halfen ihr die Kinder sofort und sobald ein Geschenk ausgepackt war, freuten sich alle gleichermaßen darüber, dass Angela sich freute, drückten sie und küssten sie auf die Wange. Bei dem Anblick war es unmöglich aufzuhören von einem Ohr zum anderen zu strahlen.
Angelas indische Mutter, Ramani, ist auch eine irrsinnig Liebe! Überhaupt waren alle Eltern, die ich kennengelernt habe, wahnsinnig herzlich und nett. Da sich mehr oder weniger alle kennen, fiel es sofort auf, dass ich neu war. Die Kinder waren vollkommen offen, kamen auf mich zu, fragten mich wer ich sei und begannen mit mir zu reden. Ich muss sagen, dass es wirklich angenehm ist, dass Federico und Lorenzo, Sabinas Kinder, auf eine Internationale Schule gehen. So können ihre Freunde und deren Eltern recht gut oder sogar perfekt Englisch sprechen, was in Italien gar keine Selbstverständlichkeit ist – interessanterweise nicht einmal bei der jüngeren Bevölkerung.
Federico und Lorenzo haben gleich zwei Freunde, William und Giacomo, nach Hause mitgenommen. Alle vier sind irre herzig und waren von Anfang an vollkommen extrovertiert. Dass die Kontaktaufnahme sofort so gut läuft, weiß ich sehr zu schätzen!
Zuhause angekommen, haben sich die Kinder vollkommen miteinander beschäftigt, sodass ich Zeit für meine erste Italienischlektion hatte. Bestimmte Artikel – hell yes! 😉
Am Abend ist Sabina zurück gekommen und hat die Buben zum Essen ausgeführt. Bei mir stand herrliche Pasta am Speiseplan und als Dessert: Tapferkeits-Toffees. Die tollen Dinger habe ich von meinem lieben Alissalein bekommen, die mir ein großartiges Rom-Package zusammengestellt hat. Nochmal danke dafür, meine Süße!
Nach dem Essen hab ich meinen abendlichen Wien-Anruf getätigt. Die Mami war dabei, ihren Skype-Account zu reaktivieren. (Passwörter – wenn du sie nicht vergisst, hast du etwas falsch gemacht!)
Als das geschafft war, mussten wir’s natürlich gleich ausprobieren. Der Paps kam auch noch dazu. Die Mami war gleich einmal schwer begeistert von der großen Auswahl an Smilies und Sonstigem und der Papi ist draufgekommen, dass er eine im Laptop integrierte Webcam hat. Was man nicht alles entdeckt 😉 Es war ganz komisch Mami und Papi zu sehen, aber selbst nicht gesehen zu werden. Gott sei Dank war niemand in der Nähe der mich wie blöd den Bildschirm angrinsen sehen konnte. Der Beppo (mein süßes Hündchen) hat überhaupt nicht verstanden, was passiert. Als er meine Stimme aus dem Computerlautsprecher hörte, fing er an das Wohnzimmer nach mir zu durchsuchen, mein Schnucki 🙂
Die Römer lieben Hunde, glaube ich. Zumindest sehe ich viele Hundebesitzer ihre Hunde herumführen. Gestern habe ich einen Hund bellen hören, der sich genau wie der Beppo angehört hat. In dem Moment habe ich ihn besonders vermisst!
Am 20. September wird ein Freund meiner Eltern nach Rom kommen, der mir einige Sachen mitbringen wird, wie zum Beispiel meine neue Brille, einen Italienischkurs für den Computer, ein Headset und eben eine Webcam. Besagte Webcam wollte die Mami gestern auch gleich ausprobieren, um sicher zu gehen, dass sie mir nicht eine kaputte schickt und da wars ganz aus. Der Versuch, die Kamera in Betrieb zu nehmen, hat einen Wahnsinns-Rückkopplungseffekt erzeugt. Ich hör das Quietschen jetzt noch. Ich schiebs mal auf die Technik. (Hab dich lieb, Mami!)
Hab gestern Abend auch mit meiner lieben Alissa geschrieben. Wir haben auch über einen möglichen Rombesuch ihrerseits gesprochen. Wahnsinn, ich freu mich schon so auf diverse Besuche! Da kann ich dann herrlich rumg’schafteln, was Rom und die römische Geschichte betrifft!
Es hat zwar erst vor ungefähr einer Stunde zu regnen begonnen, aber der Wetterumschwung war schon gestern Abend zu bemerken, als ein leicht stürmischer Wind aufgekommen ist.
Heute war ein sehr angenehmer Tag! Sabina hat heute die Buben zur Schule gebracht, hatte danach einen Termin und ist nach Hause gekommen, als ich mit den Frühstück fertig war. Sie hat mir dann gezeigt, wo das Schwimmtraining von Lorenzo und Federico stattfindet und jetzt gerade ist ein Freund der Buben vom Schwimmtraining, Luigi, zu Besuch.
Ich war heute noch einmal einkaufen. Gestern habe ich so vorsichtig eingekauft, dass ich kaum etwas besorgt habe, sondern wirklich nur das Nötigste, weil ich die Situation hier noch nicht so gut kenne. Ich möchte dann nicht daran Schuld sein, dass kiloweise Lebensmittel im Eiskasten vergammeln. 😛
Am Weg vom Geschäft nach Hause hab ich lustigerweise den netten jungen Mann wiedergesehen, der mir gestern beim Einkaufen geholfen hat.
Zum Abendessen werden die Kinder und ich heute Hamburger essen. Sabina ist zum Abendessen eingeladen.
Huiii! Ich komme gerade drauf, dass heute schon Donnerstag ist. 🙂 Morgen fahren Sabina und in ihr Sommerhaus am Meer. Wird das göttlich! Noch ein bisschen Sommer über’s Wochenende – was gibt es Schöneres?
So. Und jetzt brauche ich etwas zum Essen, befor ich anfange, am Bildschirm rumzukauen.

 

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