Endlich

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-09/japan-atomausstieg

Es ist schon erstaunlich, dass die Menschen erst checken, dass sie was ändern müssen, sobald eine Katastrophe eintritt, nach der sich die Bedrohung absolut nicht mehr leugnen lässt. Im Frühling 2011 musste vor allem die Bevölkerung von Fukushima und Umgebung daran glauben. Wär’s nicht so traurig könnte man über die Ironie schmunzeln, dass gerade die Stadt mit dem Namen „Glücksinsel“ so ein Pech hatte – Tsunami zur Hauptspeise und ein feiner nuklearer Unfall mit schwerwiegenden Folgen zum Dessert. Dabei hatte man schon mehr als genug zu verdauen.
Jetzt tun alle Länder, die ihre Energie zu einem Großteil durch Atomkraftwerke gewinnen, auf „Wir sind so arm, jetzt müssen wir uns was Neues ausdenken.“ Jahrhundertelang haben sich Menschen Alternativen ausgedacht, wenn etwas nicht optimal war und ihnen unangenehm war. Man muss sich ja nur anschauen, was die Menschheit alles hervorgebracht hat. Da sind echt großartige Sachen dabei! Viele sind so frei, uns Menschen als Krone der Schöpfung zu bezeichnen. Na dann soll die Krone der Schöpfung sich mal eine krönende Idee zur Energiegewinnung einfallen lassen. Nicht immer ist der einfachere Weg der bessere. Das wollen manche anscheinend nicht verstehen.
Nur weil etwas unwahrscheinlich ist, ist es nicht aus der Welt. Wenn ein nuklearer Reaktor mit noch so vielen Sicherheitsvorrichtungen ausgestattet ist, ist man vor einer Katastrophe nicht gefeit. Hätte ein Ingenieur beim Bau des Reaktors zu bedenken gegeben, dass es ja rein theoretisch zu einem Tsunami durch ein Seebeben kommen könnte, der direkt auf das Reaktorgelände zurauschen könnte und einen Wahnsinnsschaden anrichten könnte, hätte man ihm mit ziemlicher Sicherheit (natürlich hätt’s auch ganz anders sein können, im Endeffekt weiß man es ja nie!) geantwortet: „Also hör‘ mal, ganz ehrlich, das wäre eine Katastrophe, da hast du schon recht, aber überleg‘ mal viel groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass so etwas passiert.“ Da hamma den Salat. Hier ein kleines offenes Geheimnis: Die Menschheit hat ein Talent dafür, unangenehme Tatsachen mit einem Tarnanstrich zu versehen und sie irgendwo in eine Nische zu stellen, wo sie möglichst „aus den Augen, aus dem Sinn“ sind. Aber irgendwann beginnt die Farbe abzublättern und man ist gezwungen, den Tatsachen in die Augen zu blicken.
Andererseits sind die Menschen auch gut darin, Mücken zu Mammuts aufzublasen wenn’s ihnen gerade ins Konzept passt, wie zum Beispiel diese lächerliche „Kate-oben-ohne“ Geschichte. (Mein Gott, hat sie halt in den Ferien mal kein Bikinioberteil getragen. Aha. Also alle Welt darf sich am FKK-Strand tummeln, aber Kate Middleton darf sich in Anwesenheit ihres Ehemannes nicht ihres Bikinioberteils entledigen? Also ehrlich…)
Also, ihr Atomländer der Welt, jammert’s nicht darüber, dass es so mühsam wird, eine alternative Energiequelle zu finden, sondern geht es an. Man kann sich ja zusammen tun und gemeinsam an einer Lösung arbeiten, immerhin sind wir Bürger EINER gemeinsamen Welt. Aber auch das wird oft vergessen.

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