The honeymoon continues!

Die letzten Tage waren wahnsinnig nett!
Zuerst waren Bea und ihre Klasse da und dann war ich Samstag Nachmittag und Sonntag mit Smudo und Pater Johannes Paul unterwegs. Wir hatten es echt sehr lustig und ich habe es wirklich genossen.
Ich wurde gleich einmal reich beschenkt: Die beiden haben mir lieberweise ein Exemplar der CD „Chant – Amor et passio“ der Mönche des Stift Heiligenkreuz, zu denen ja Pater Johannes Paul gehört, mitgebracht. Darauf ist wunderschöner von den Mönchen des Stifts gesungener Gregorianischer Choral aufgenommen. Mein Papi hat diese CDs letzte Weihnachten verschenkt und sie sind echt gut angekommen.
Ich kann sie wirklich jedem Musik-Liebhaber weiterempfehlen! Man bekommt so etwas Besonderes nicht alle Tage zu hören. Ich finde die Gesänge unglaublich beruhigend und angenehm.

Gestern sind Sabina und die Buben nach Capalbio gefahren, also hatte ich das gesamte Wochenende frei. Am späten Nachmittag habe ich dann eben Smudo und Pater Johannes Paul auf der Piazza della Rotonda getroffen.
Nachdem wir Cappuccini im Café Sant’Eustachio getrunken hatten, zogen wir los, um etwas Sightseeing zu betreiben. (Wir sind später draufgekommen, dass das Café Sant’Eustachio tatsächlich eines des besten der Stadt ist.) Wir haben einige Kirchen besucht, auf die man in Rom wirklich an jeder Ecke stößt. Später wollten wir dann in einem netten Restaurant essen gehen. Ich wollte den beiden ein gutes Restaurant zeigen, welches ich während unserer Schul-Romreise entdeckt hatte, aber leider hatte ich alle Unterlagen von damals (inklusive Stadtplan mit Einzeichnungen einiger Lieblingsplätze) zu Hause vergessen und so haben wir uns auf die Suche nach einem gemütlichen, preislich erschwinglichen und vor Allem nicht zu touristischen Restaurant gemacht.

Wir fanden dann auch eines und zwar – und das hätte ich wirklich nicht erwartet – gleich hinter der Piazza Navona. Ich dachte, dass rund um die Piazza eher Touristenfallen wären, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Anscheinend ist es schon genug, eine Gasse weiter zu gehen, um dem Touristenwahnsinn zu entgehen.
Das Essen war herrlich!! Da meine Kontaktlinsen etwas unangenehm waren und Smudo mir netterweise einige Sachen aus Wien mitgebracht hatte, unter denen auch meine neue Brille war, entschied ich, diese gleich einmal auszuprobieren.

Es war SO komisch! Ich habe mich leicht betrunken gefühlt, ohne es zu sein. Die Sicht war echt verwirrend und irgendwie auch ablenkend.
Mittlerweile fühle ich mich schon besser mit der Brille, aber ganz normal ist es noch immer nicht.

Nach dem herrlichen Mahl, auf das ich netterweise eingeladen wurde, sind wir dann jeweils in unsere Quartiere zurückgekehrt, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Sonntagvormittag habe ich mich auf den Weg zu  San Giovanni in Laterano gemacht (meine erste U-Bahn-Fahrt hier!), wo Smudo und Pater Johannes Paul in der Messe waren. Da ich einen eher weiten Weg hatte, kam ich leider zu spät zum Gottesdienst.
Die Kirche ist wuuuunderschön und RIIIESIG! Ich habe mir ein kleines Kirchenspecial vorgenommen, wo ihr dann auch Genaueres über San Giovanni di Laterano lesen könnt. 🙂
Wir alle drei waren uns einig, dass wir bald zu Mittag essen wollten, aber davor ging’s weiter zu Santa Maria Maggiore.

Diesmal hatte ich daran gedacht, meine gesamten Unterlagen mitzunehmen, konnten wir das kleine nette Restaurant ausfindig machen, das ich Smudo und Pater Johannes Paul schon am Tag zuvor gerne gezeigt hätte. Dort aßen wir gemütlich Pizza. [Kleine Zwischenanekdote: Ich kann mich immer recht schwer zwischen den vielen Angeboten auf Menükarten entscheiden. Am Ende bleiben mir meist zumindest zwei bis drei Möglichkeiten übrig und ich frage meine Tischkollegas um Rat. In diesem Fall konnte ich mich nicht zwischen den Pizzen „Esplosiva“ und „Diavolo“ entscheiden. Smudo wusste es auch nicht. Also frage ich Pater Johannes Paul. Antwort: „Also ich bin auf jeden Fall nicht für die Diavolo. Ich hab’s nicht so mim Teufel.“ War vielleicht Situationskomik aber ich find’s noch immer lustig!]
Nachher haben sich die beiden in einem Taxi auf den Weg zu dem Kloster gemacht, in dem sie die drei Tage gewohnt hatten, um sich auf die Rückreise vorzubereiten.

Soundtrack der drei Tage, obwohl ich es bis gestern Abend nicht kannte, ist eindeutig Ragazza von D-JMC.
[Rrrr-rrr-rrr-rrr-rrr-rrr-rrr-rragazza!!!!] Ohrenwurm für die nächste Woche garantiert. Und ein bisschen Ohrenkrebs auch. 😉

Abgesehen von diesem herrlichen Programm, habe ich auch meine Studie über das römische Volk weiterverfolgt.
Erstens einmal hat Pater Johannes Paul uns gestern darauf aufmerksam gemacht, dass die Römer und sogar die römische Jugend – oder zumindest ein Teil beider – sich bekreuzigen, wenn sie an einer Kirche vorbeigehen. Finde ich schön, eigentlich. Auch haben viele Leute Pater Johannes Paul sehr nett gegrüßt, worum Smudo ihn sehr beneidete.

Und jetzt zu etwas weltlicheren Themen (seeehr weltlich!): Schuhe.
Römer LIEBEN Schuhe und so ist Rom nicht nur die Ewige Stadt, sondern auch eine Stadt der schönen Schuhe. (Ausnahmen gibt es immer, aber die werde ich in Zukunft einfach ignorieren [AUSNAHME {Ironie}: Ich finde sie erwähnenswert.] und davon ausgehen, dass ihr das auch tut.)
Egal ob auf dem Moped oder in steilen und unebenen Gässchen – Römerinnen tragen Highheels. Selbst die älteren Damen tragen Schuhe mit Absätzen. Manche steigen dabei des Komforts wegen auf Keilabsätze um.
Zusätzlich muss man den Italienern lassen, dass sie einen echt ordentlichen und guten Kleidungsstil haben. (Ausnahmen NICHT beachten!)

Starbucks-Fans sind in Italien nicht gut aufgehoben. Café-Fans aber schon. Die Cafékultur Italiens ist etwas ganz Besonderes, weswegen ich froh bin, dass Starbucks hier bisher nicht Fuß gefasst hat. Ich hoffe, dass es auch weiterhin so bleibt. Abgesehen davon, dass es ein bisschen teuer ist, mag ich Starbucks eh, aber nach und nach infiltrieren Großkonzerne die gesamte Wirtschaft und kleine Unternehmen haben nicht den Hauch einer Chance.
Das ist ein weiterer Aspekt, den ich an Rom so schätze: Die vielen kleinen, netten, tollen Geschäftchen. Zara, Benetton und Mango gibt es auch hier, aber dennoch existieren die kleinen Shops, die kleinen pasticcerie und Bäckereien.

Familie wird in Italien ganz groß geschrieben. Ich wurde mit elf Jahren nicht mehr von der Schule abgeholt, hier ist das ganz normal. Das heißt nicht, dass italienische Mütter oder Eltern im Allgemeinen übermäßig beschützend sind und österreichische Eltern Rabeneltern. Es gehört schlicht zur jeweiligen Mentalität. Sabina war ganz erstaunt, dass sie nur mit meinem Vater gesprochen hatte, bevor ich hier her kam. Sie sagt, dass italienische Mütter in so einer Situation viel besorgter wären, als meine Mami es war.

Außerdem bin ich draufgekommen, auf welch erstaunliche Weise unser Unterbewusstsein funktioniert. Ich habe zwei Tage nach meiner Ankunft die ersten Karten geschrieben gehabt und bis vor zwei Tagen keinen einzigen Postkasten entdeckt, bei dem ich sie aufgeben konnte. Ich dachte schon, sie hätten hier keine und ich müsste auf irgendein Hauptpostamt gehen und die Karten abzuschicken. Das Problem war einfach, dass ich nicht wusste, wie die Kästen aussahen. Seit ich die Karten in den einen Postkasten geworfen habe, sehe ich an JEDER ECKE Postkästen!! So etwas Komisches.

Gestern, nachdem ich mich von Smudo und Pater Johannes Paul verabschiedet hatte, habe ich mich noch mit Teresa getroffen. Wir waren im Cafè Sant’Eustachio einen Cappuccino trinken und haben uns noch zwei Kirchen angeschaut.
Ihr geht es hier auch sehr gut! Sie kann schon recht gut Italienisch und ist auch rundum zufrieden mit ihrer Familie. Außerdem hat sie als Kunstgeschichtestudentin das Privileg, kostenlos Museen und Galerien besuchen zu können, was natürlich hier in Rom (und auch überall sonst) ein Traum ist. Diese Woche werden wir vielleicht gemeinsam die Galleria Borghese besuchen.

UUUUUND: *Trommelwirbellllllll*
Seit heute habe ich offiziell meine erste römische Freundin!!!! 😀
Chiara, heißt sie, und sie ist soooo eine liebe! Wir haben uns herrlich unterhalten und sind etwas durch Rom spaziert.
Dabei ist mir aufgefallen, dass in Rom eigentlich alles total nah beieinander liegt!
Als wir mit der Schule da waren, habe ich das überhaupt nicht mitbekommen. Wir sind entweder mit irgendeinem Bus gefahren, daher hatte ich danach kein Gefühl für die zurückgelegte Distanz, oder ewig gegangen und auf Umwegen (Umwege im positiven Sinne!) zu bestimmten Plätzen und Sehenswürdigkeiten gelangt. Der circo massimo, zum Beispiel, ist überhaupt nicht zu weit vom Marcellus-Theater! Und San Clemente al Laterano ist gleich beim Colloseum! So genial.
In meinem Kopf fügen sich gerade alle Erinnerungen an Plätzchen und Sehenswürdigkeiten und deren Lokation wie Puzzleteile zu einer einzigen großen Romkarte zusammen. So herrlich!
Und meine Orientation in Rom ist wirklich erstaunlich gut. Bin ganz stolz, immerhin bin ich ja noch nicht einmal zwei Wochen hier.

Also: The honeymoon continues.

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2 Kommentare zu “The honeymoon continues!

  1. Pingback: Viel zu erzählen! | piagoesrome

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