Ach herrje…

Heute sind Sabinas Eltern in Richtung Spanien abgereist und zum Abschied hat Luisa, Sabinas Mutter, Lasagne vorbereitet und vorbeigebracht. (War übrigens wirklich gut! Die Mami macht immer eine andere Art von Lasagne, aber diese war auch gut.) Auf dieses Essen habe ich mich schon den ganzen Nachmittag gefreut – ich hatte sooo Hunger! 🙂
Ich habe also aufgedeckt, die Lasagne in den Ofen geschoben und EINE Birne und EINE Nektarine für einen Mini-Obstsalat geschnitten, weil die Buben es sonst nicht aufessen. Jetzt bin ich die Einzige, die etwas davon isst. Sabina versucht nicht einmal ihnen etwas davon zu geben. Hab ich’s halt für mich, soll nichts Schlimmeres passieren.
Aber ich weiß nicht, wie Sabina sich das vorstellt. Wenn die Kinder so weiter machen, werden sie mindestens an die 100 kg wiegen, wenn sie Erwachsen sind. Außer sie haben diese unfairen „Iss-was-und-wieviel-du-willst-dick-wirst-du-eh-nie“-Anlagen. Aber auch dann kommt’s sicher im Alter zurück.
Wann und wie sollen sie lernen, dass man, wenn man Hunger hat, NICHT Ringo-Kekse, sondern zum Beispiel Obst oder einen Toast mit Käse isst? Ich muss zugeben, diese Ringo-Dinger sind zwar gut, aber ich wage zu bezweifeln, dass sie sich als Grundnahrungsmittel eignen.
Lorenzo hat heute gegessen, als hätte er in seinem Leben noch nie zuvor gesehen, wie man seine Gabel und das Messer richtig benützt. (Er hat mit der Gabel immer einen Zipfel der Lasagne hoch gehalten, den Mund auf 3 cm Abstand zum Teller gebracht und begonnen an der Lasagne zu kauen und mit den Zähnen daran herumzureißen. Zur akustischen Abrundung der Szene gab’s ein einmaliges Schmatzkonzert. Sabina hat ihm dreimal gesagt, dass er ordentlich sitzen und essen soll, aber jedes Mal hat er einfach „Nein!“ oder „Nein, es ist meine Entscheidung, wie ich esse!“ gesagt.
[Liebe Mami, Lieber Papi! An dieser Stelle möchte ich einen ausrücklichen Dank dafür einbauen, dass ihr uns drei Mädchen beigebracht habt, wie man sich sowohl bei Tisch, als auch in sonstigen Lebenslagen richtig verhält und benimmt! DANKE! Nicht, dass ich erst jetzt erkannt habe, was für einen Wert gute Manieren haben, aber in solchen Situationen singe ich in Gedanken immer Lob- und Triumphgesänge an eure Erziehung.]
Wäre ich meinen Eltern auf die Aufforderung, mich bei Tisch ordentlich zu verhalten, mit „Nein!“ geantwortet, wäre ich – und zu recht – vom Esstisch fortgeschickt worden.
Sabina hat sein schlechtes Benehmen durchgehen lassen…
Nach dem Essen hat sie mir gesagt, dass es so schwierig ist, wenn die Kinder sich im einen Haus aufführen dürfen, wie sie wollen und im sich im anderen benehmen müssen. Ich hab’s natürlich nicht laut gesagt, aber gutes Benehmen weisen sie auch in diesem Haus nicht immer auf. Soll vorkommen, bei Kindern, aber dann muss ihnen auch klar gemacht werden, wie sie sich eigentlich zu benehmen hätten. Nocheinmal: Wie sollen sie es lernen?
Sabina hat dann gemeint, dass es nicht fair ist, dass sie sich unbeliebt macht bei den Buben und der Vater lässt sie tun, was auch immer sie wollen.
Also es ist echt ein Wahnsinn… Eines kann ich aber garantieren: Es ist mir gleich, ob ich mich so unbeliebt mache, aber ich werde hundertpro Wert auf ein gewisses Benehmen legen, wenn ich mit den Kindern alleine bin. Vor der Mutter kann ich nicht anfangen, Lorenzo zu sagen, dass er sein Besteck ordentlich zweckmäßig verwenden soll.
Ich meine das echt nicht böse oder so. Sabina ist so lieb und toll in so vielerlei Hinsicht und sie hat auch wirklich viel zu tun. Ich habe ganz einfach andere Vorstellungen, was Erziehung angeht.

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2 Kommentare zu “Ach herrje…

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