il francobollo – die französische Bolognese

Kennt ihr das? Natürlich kennt ihr das. Dumme Frage. Jeder, der Sprachen (ge)lernt (hat), kennt das.
Ihr seht ein Wort und euch schießt sofort eine Assoziation durch den Kopf. Im Falle des Vokabel im Titel dieses Artikels ist das – wie in so manchen anderen Fällen auch (oder geht es nur mir so?) – selbstverständlich ein vollkommener Blödsinn. (il francobollo bedeutet übrigens die Briefmarke)
Einen positiven Effekt haben diese Gedanken aber ohne Zweifel: Sie unterhalten mich, wodurch ich mir die gelernten Wörter besser merke. Um hier ein bisschen wissenschaftlicher zu argumentieren: Fakt ist, dass Emotionen Lernprozesse unterstützen.

Lasst mich erklären, wie das funktioniert:
Wie hoffentlich alle von euch wissen, besteht unser Gehirn aus mehreren Teilen, welche verschiedene Aufgaben und Funktionen haben.
Viele von euch werden auch schon von der groben Einteilung des Gehirns in einen linken und einen rechten Teil gehört haben, die als Lateralisation bezeichnet wird. Einmal dürft ihr raten, aus welcher Sprache sich der Begriff ableitet. Genau, Latein. Das Wort kommt vom Adjektiv lateralis, welches seitlich bedeutet.
Linke und rechte Gehirnhälfte sind durch den corpus callosum, eine Brücke aus Nervenfasern, verbunden und arbeiten als Team. Gut und effektiv lernt man also, wenn man dabei beide Gehirnhälften in Anspruch nimmt.

Wie ihr der Graphik entnehmen könnt, ist die linke Gehirnhälfte unter anderem für Sprache und Logik zuständig, während die rechte für emotional beeinflusste Bereiche wie Kreativität, Musikwahrnehmung und Vorstellungsvermögen verantwortlich ist.

„Durch emotionale und bildhafte Lerntechniken wird der Stoff schneller verinnerlicht, besser, und für länger gespeichert – was die Motivation steigern lässt. Dann macht endlich das Lernen Spaß und Freude – und schließlich, je mehr und öfter man die Methoden nutzt, desto kreativer und intelligenter wird der Lernende. Die Kreativität wiederum ermöglicht noch einfacheres und schnelleres Einsetzen und Verwenden von Lernmethoden, die beide Heimsphären in Verbindung setzen.“
Quelle: http://www.allesgelingt.de/lernen/beidegehirnhaelftenverbinden/gehirnhaelftenverbinden.php

Von den Ausdrucksfehlern in dem Zitat sei einmal abgesehen. 🙂

Heute hat übrigens mein Italienischkurs in der Stadt begonnen. Ich habe eine nette Lehrerin und bin meinen Mitschülern voraus – eine positive Bilanz. 🙂
Und ratet mal (apropos Lernen mit Erinnerungen und Emotionen verbinden), was mir beim Vokabel la ragazza in den Kopf geschossen ist. 😉 (Rrrrrragazzzaaaaa)
Gott sei Dank bin ich mir treu geblieben, und eine halbe Stunde zu spät zum Kurs gekommen. *Sarkasmus*
Nein, Spaß beiseite, es war nicht vollkommen meine Schuld.

Ich habe euch doch schon vom Verkehrschaos in Rom erzählt. Heute habe ich die wirklich chaotischen Zustände erst kennen gelernt.
Zuerst, in der Früh, hat der Bus für die Strecke in die Stadt, für die ich normalerweise eine halbe Stunde einrechne, eine ganze Stunde gebraucht.
Meine Verspätung war dankenswerterweise kein Problem.
Bei der Rückfahrt habe ich mehr als eine Stunde auf meinen Bus gewartet, weil die italienischen Beamten der öffentlichen Verkehrsmittel beschlossen haben, heute zu streiken. Die U-Bahn war vollkommen außer Betrieb, die Intervalle der Busse beliefen sich auf Jahrzehnte.
Aber: Positives Denken und Ausharren haben sich gelohnt – schließlich ist mein Bus dahergekommen.
Kleiner Insidertipp: Sucht euch, wenn ihr mit dem Bus fahrt, schleunigst einen Sitzplatz, eine Stange zum Anhalten oder eine Ecke, in der ihr stabil stehen könnt. Manchmal wird die Busfahrt recht holprig und unsanft, da öfter andere Verkehrsteilnehmer ruckartig stehenbleiben und danach wieder ordentlich angegast wird. Ich würde davon abraten, eure Hoffnungen bei solch heftigen Fahrten in die Halteschlaufen zu setzen – bei jedem Ruck hat man das Gefühl, dass sie augenblicklich durchreißen. Ihre Optik ist da nicht wirklich beruhigend (zumindest ging es mir heute in meinem Bus so).

Meine große rote Fake-Longchamptasche ist heute von uns gegangen. Zumindest ist der eine Henkel abgerissen. Nicht, dass ich das nicht kommen gesehen hätte. Trotzdem ist es mühsam, zumal ich wirklich nicht weiß, was für eine Tasche ich mir jetzt zulegen soll. Ich brauche sowieso Taschen, so gesehen ist es soundso gut, dass jetzt eine echte Gelegenheit da ist, sich auf die Suche nach welchen zu machen. Ich hätte nur gerne mehr Zeit, mich umzusehen und dann eine gute Entscheidung zu treffen.

Mit den Kindern läuft es derzeit ganz gut. Heute war Lorenzo gesprächiger als Federico, was echt eine Ausnahme ist, und hat sich nach meinem Kurs erkundigt. Er wollte wissen, was ich gelernt hatte und hat mich dann, indem er auf verschiedene Gegenstände auf der Straße gezeigt hat (Auto, Motorrad, Gully-Deckel,…), Vokabel abgeprüft und mir neue beigebracht. Das hat dann auch Federico gefallen, der davor etwas demotiviert und lustlos gewesen war, und seine Laune etwas gehoben.

Sabina ist heute nach Rom zurückgekommen, war aber den ganzen Tag im Vatikan arbeiten. Am Nachmittag hat sie dann angerufen und wollte mit den Kindern sprechen, die sie heute wieder nicht sieht, da sie um sechs Uhr abends zum Vater hinüber gegangen sind. Einmal dürft ihr raten, wo sich die Buben zum Zeitpunkt des Anrufes befunden haben. (Der heutige Eintrag ist ja ein richtiges Ratespiel!)
Exakt: Vor dem Fernseher. Als ich ihnen das Telefon mit den Worten „It’s your mum“ überreicht hatte, teilte Lorenzo seiner Mutter, die er tagelang nicht gesehen hat, kurzum mit, dass sie beschäftigt wären. Nicht das erste Mal, dass ich so etwas gehört habe und es schockiert mich jedes Mal wieder.
Meiner Meinung nach ist dieses Verhalten als Warnsignal dafür zu verstehen, dass die Kinder kein rationales Denkvermögen besitzen, wenn es um Fernsehen und Spielen auf Gameboy und iPad geht.

Mit dem Praktikum bei der Foreign Press Association wird es leider nicht hinhauen. Seit Kurzem ist es nicht erlaubt, unbezahlte Praktikanten ohne Berufs- oder Studienerfahrung zu beschäftigen. Wie meine Mami richtig bemerkt hat, ist das eigentlich ein vernünftiger Schritt, da so keine Praktikanten ausgebeutet werden können. Andererseits ist es in meinem Fall schlecht. Ich sehe mich derzeit nach Jobmöglichkeiten um. Möglicherweise könnte ich Nachhilfe in Deutsch und Englisch geben und so mein Taschengeld aufbessern und das Gefühl haben, wirklich was zu tun. (Ich brauche Arbeit. Sonst komm ich mir unnütz und unproduktiv vor, was mich ziemlich frustriert. Außerdem ist es angenehm, das Gefühl zu haben nicht nur Geld auszugeben, sondern auch etwas zu verdienen.)

Aja: Gestern ist mir ein Mann mit Hitlerbart über den Weg gelaufen. Öööööhm….?!

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