Che bel giorno!

Heute hatte ich wieder eine Kurseinheit. Diesmal waren die Anfänger in zwei Gruppen aufgeteilt. Bevor wir auseinander dividiert wurden, hatte ich aber noch die Gelegenheit, mit einem Mädchen aus Wien zu plaudern. Sie scheint mir sehr nett zu sein. Eigentlich wollten wir uns nach dem Kurs vor den Sälen treffen, um Namen auszutauschen, aber irgendwie hat das nicht ganz geklappt. Aber das können wir am Donnerstag nachholen.

Nach dem Kurs habe ich wieder Cyndie, eine Französin, die ich letztes Mal kennen gelernt habe, getroffen. Sie hat mich dann einer Freundin, Meluika, vorgestellt, die aus Mallorca kommt. Beide sind wahnsinnig lieb und nach dem Kurs sind wir gemeinsam einen Cafè trinken gegangen – ins Sant’Eustachio. 🙂 Es war sehr gemütlich und ich habe es unglaublich genossen, endlich das Gefühl zu haben, dass sich langsam ein richtiger Freundeskreis aufbaut. Ich hatte echt schon begonnen, ein bisschen depressiv zu werden, ob meines praktisch non existenten Soziallebens.
Ich bin, glaube ich, eine der jüngsten Teilnehmer des Kurses. Cyndie ist 22 Jahre alt und Meli schon 31, obwohl ich sie höchstens auf 23 geschätzt hätte. Ich bin also das Nesthäkchen. 🙂 Aber das macht gar nichts, denn ich werde überhaupt nicht wie die Kleine behandelt, wofür ich unfassbar dankbar bin. Ich kann das nicht ausstehen. 😉

Nach dem Cafè haben Cyndie und ich Meli zu ihrer Busstation begleitet und sind gemeinsam in Richtung Vatikan losgezogen. Es war so herrlich! Wir haben wunderschöne Fotos gemacht, Pläne für zukünftige gemeinsame Ausflüge und Shoppingabenteuer gemacht und uns zum Mittag ein Sandwich bei Subway gegönnt – nicht sehr italienisch, ich weiß, aber gut war’s allemal und ich hatte schon einen Mordshunger!

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Mit unseren Sandwiches haben wir uns auf die Stufen einer Kirche gesetzt und gemütlich geplaudert. Wir erzählten uns gegenseitig von unserem Leben zu Hause und sprachen über Gott und die Welt. Danach sind wir noch ein wenig durch die Gässchen spaziert, bis es dann  Zeit für mich war, in Richtung Busstation zu wandern, da ich die Buben von der Schule abholen musste.

Meine Laune war so herrlich, dass die Buben davon angesteckt und richtig redselig wurden.
Der arme Fede war ganz erschöpft vom Schultag und erkundigte sich, ob Sabina heute zu Hause wäre. Ich musste ihn enttäuschen und sagte ihm, dass sie ab morgen Vormittag da sein würde.
„Maaa, warum ist sie nie da?“ Ich war ganz gerührt, so etwas von ihm zu hören und fühlte mit ihm. Ich streichelte ihn aufmunternd mit meiner Hand den Rücken und antwortete, dass Sabina bis Anfang November sehr viel zu tun hätte – viele große Stories –, dass sie aber danach mehr zu Hause sein werde. „Warum kann sie nicht nur nach Jänner arbeiten?“ – „Naja, Federico, das kann sie sich halt nicht aussuchen. Wieso, was ist anders an ‚nach Jänner‘?“ – „Weil, im Jänner ist mein Geburtstag und da schenkt sie mir ein iPad. Lori teilt das iPad nämlich nicht mit mir.“ Und dahin ist sie, die Rührung. „Naja, wieso, ihr habt ja eh zwei?“ – „Nein, weil Mami immer das eine hat.“ – „Fede, sie hat das iPad kaum. Du hast es ja sowieso die meiste Zeit.“ – „Nein, sie hat es immer. Und wenn sie arbeiten fährt, nimmt sie es immer mit.“ …
Ich war erst einmal sprachlos und hatte keine Ahnung, was ich darauf sagen sollte. Ich war so baff…
„Ist das dein Ernst, Fede? Deine Mami ist viel weg wegen der Arbeit und der Grund dafür, dass sie mehr da sein soll, ist der, dass dann das zweite iPad da ist?” – „Na, nein, nicht nur.“ …
Aber das war trotzdem das Erste, was ihm eingefallen ist dazu, dass seine Mami heute noch nicht zurück ist. Ich hab’s echt nicht fassen können… Ich habe ihm dann noch mitgeteilt, dass wir zu Hause EIN iPad für FÜNF Personen haben und das ausreichend ist.

Am Weg nach Hause habe ich den Kindern dann von meinem Kurs, meinen neuen Freunden und meinen Zukunftsplänen berichtet. Sie haben auch begonnen, mir Geschichten von ihrem Großvater zu erzählen. Es war wirklich nett, sie einmal so gesprächig zu erleben.

Zu Hause habe ich mich ein wenig um den Haushalt gekümmert und war gerade dabei, mir einen Tee zu machen, als Federico in die Küche kam und offensichtlich im Eiskasten nach etwas suchte. Ich konnte mir schon denken, wonach, aber ich wollte ihn auf die Idee bringen, auch einmal etwas anderes zu probieren.
„Was suchst du, Fede?“ – „Etwas zum Essen. Ich bin hungrig.“ – „Möchtest du etwas ordentliches zum Essen haben?“ – „Ja.“ – „Einen Toast?“ – „Nein, ‚Ringo goal‘.“ Da hammas. Die Kekse bzw. Riegel. „Fede, das ist aber nichts Anständiges zum Essen, nur so nebenbei.“ Ich hab’s ihm trotzdem gegeben. Was soll ich denn groß machen? Die Kekse zählen wirklich zu den Grundnahrungsmitteln der Kinder.

Ok, während ich diesen Blogeintrag geschrieben habe, hat FÜNF Mal das Festnetztelefon geläutet. Beim ersten Mal lag das Telefon im Wohnzimmer, wo die Kinder mit Sabina geredet hatten, und als ich abhob, war nur ein kurzer mitteltiefer Biepston zu hören. Ich dachte, ich wäre zu spät gekommen und hab Sabina angerufen, um sie zu fragen, ob sie gerade versucht hat, anzurufen. Sie war’s nicht. Also „Good night, see you tomorrow. Ciao.“
Und jetzt hat das Telefon noch vier weitere Male geläutet. Ich hab’s neben mir liegen und bin sofort rangegangen und JEDES Mal, wenn ich mit „pronto“ abgehob, war nur dieser Ton zu hören und nichts anderes. Aber die Uhr für das Gespräch lief. Das ist jetzt echt creepy irgendwie…

Haha, ok Sabina hat mich gerade zurück gerufen und mir gesagt, dass dieses Biepsen nur bedeutet, dass man versucht, ihr ein Fax zu schicken. (Sie hat aber kein Fax mehr.) Puh, ich will ja nicht paranoid wirken, aber das war jetzt echt unheimlich. 😛 Ich gehöre wohl offiziell zur „Keinen-Schimmer-von-Fax“-Generation. 😉

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Ein Kommentar zu “Che bel giorno!

  1. Pingback: Viel zu erzählen! | piagoesrome

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