Herbst in Rom

Dieser Tage stürmt‘s auch in Rom regelmäßig. Ich nehme das aber nicht so tragisch, weil ich erstens sowieso mit einer wunderbaren Sommerverlängerung beschenkt wurde und ich so zweitens ein wenig zu Hause bleiben, italienische Filme schauen, meine FBA überarbeiten und lernen kann. Nicht, dass ich das bei Sonnenschein und Vogelgezwitscher nicht vermöge, aber unter den herrschenden Umständen bleibt mir ein schlechtes Gewissen erspart.

Man sagt ja, dass alles Gute von oben kommt. Im Falle Felix‘ Baumgartners möchte ich das wohl glauben – schließlich ist er Österreicher. 😉 Regengüsse gehören dann jedoch zu den weniger erfreulichen Dingen, wenn man in der Stadt unterwegs ist und etwas Sightseeing betreibt.
Nun ist man zwar vielleicht süß, aber nicht aus Zucker und begibt sich trotzdem unter die Freilichtdusche.

Am Samstag waren Cyndie und ich an der Ecke der Via del Corso und der Via della Torre Argentina verabredet. Schirm fand ich keinen in dem Abstellkammerl zu Hause, aber ich hab meinen eigenen Trick bei so einem Wetter. Ich bastle mir einfache in nettes Kopftuch aus meinem Schal. Vorteil daran ist eine freie Hand mehr, Nachteil der, dass alles, was man an sich trägt, nass wird. Auch kein Drama, aber ich habe mir trotzdem vorgenommen, mir demnächst einen Knirps zuzulegen.

Da stand ich also im Regen an der Busstation, meinen Schal locker über meinen Kopf, die Enden links und rechts über meine Schultern geworfen. Unter diesen Umständen läuft in meinem Köpfchen immer der Refrain des Songs „Fatima“ von K’naan in Endlosschleife. Nicht, dass es inhaltlich dazu passen würde.
„Vuoi?“ Die philippinische Dame, die mit mir auf den Bus wartete, kam auf mich zu und lud mich ein, unter ihrem Schirm zu stehen. So etwas Nettes! Ein weiteres Mal entwickelte sich aus einer Warterei eine Bekanntschaft.

In der Stadt angekommen, beschlossen Cyndie und ich zuallererst unsere gähnend leeren Mägen im L’Archetto zu füllen. Nach einem hervorragenden Mahl zogen wir los, beide mit unseren geliebten Kameras, sie auch noch mit einem Tripod bewaffnet. Vor uns ist kein Motiv sicher.
Doch davor wollten wir uns als Nachspeise eine kleine pasticceria gönnen.

Allerdings gestaltete es sich einigermaßen schwierig, eine richtige Bäckerei zu finden. Jene mit dem Namen Argentina in der Via della Torre Argentina hatte ich schon länger ins Auge gefasst, aber die Preise kamen uns ein wenig übertrieben vor. So beschlossen wir einfach unsere Augen offen zu halten, während wir durch die Straßen zogen.

Die Wolkendecke reißt auf 🙂

Traumhaft!

Die Regengüsse wurden immer kürzer und schließlich, pünktlich zum Sonnenuntergang, brach die Wolkendecke auf und die Abendsonne tauchte das Kolosseum in geradezu märchenhaftes Licht. Ein Traum!

Wir waren noch einige Stunden lang unterwegs, bevor meine Füße mir zu verstehen gaben, dass sie eine Pause benötigten. Cyndie und ich hatten uns vorgenommen, uns am nächsten Tag über Facebook zu verabreden.

Vorher…

…nachher 🙂

Sonntags ging es mir besonders schlecht mein Heimweh betreffend. Ich war antriebslos und jedes Mal wenn ich ein Flugzeug über das Haus fliegen hörte, wünschte ich insgeheim, es wäre auf dem Weg nach Wien und ich befände mich in einem der Sitze. Da machte es mir auch nichts aus, dass Cyndie bis 14 Uhr nicht auf meine Frage geantwortet hatte, ob sie etwas unternehmen wolle.

Im Endeffekt war ich dann doch froh, mich mit ihr zu treffen. Es war auf jeden Fall besser, als zu Hause in Selbstmitleid zu versinken. Als ich in der Stadt ankam, war es schon fast dunkel. Schließlich haben wir schon Oktober, auch wenn es sich hier nicht immer so anfühlt. Am Sonntag konnten wir bei milden Temperaturen das nächtliche Rom genießen und fotographisch festhalten.

Gestern Abend hatte ich das Gefühl, die Welt draußen ginge zwei Monate und sechs Tage zu früh unter. Ich hatte vorgesorgt und ein hervorragendes Abendessen geplant: Pasta und danach Milchreis. Der ist mir übrigens echt gut gelungen, der Milchreis. Dabei ist es mein erster selbstgemachter. 🙂 Herrlich! Mit Banane, Mandarine, Apfel und einer Prise Zimt. So lässt sich’s leben, ragazzi.
Perfekt wurde der Abend durch einen Hollywood-Klassiker auf Sky Classics. „Sunset Boulvard“. Großartiger Film! Kann ihn nur weiterempfehlen.

Ich träume übrigens seit einer Woche auf Englisch. Ich glaube, ich muss echt mit meinem Italienisch anzaahn.

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Ein Kommentar zu “Herbst in Rom

  1. Pingback: Rom schwimmt und wir schwimmen mit! | piagoesrome

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