R wie Risotto, Rutschpartie, Restaurant, …

Ich erlebe hier in Rom gerade etwas, das meine Enkel möglicherweise schon nur mehr aus Sagen kennen werden: einen richtigen Herbst. Ihr wisst schon, in der Früh frisch, untertags total warm. Hatte schon ganz vergessen, wie kompliziert das sein kann. 😉 Im Grunde genieße ich es. Wir haben den 18. Oktober und zu Mittag laufe ich in kurzem Shirt und mit Ballerinas in der Stadt herum. Die nächsten Tage werden sogar noch wärmer. Das gesamte Wochenende lang soll es bis zu 28° haben. 😀 Suck it, winter! Lustig – in Zukunft werden Mandarinen für mich nicht mehr ausschließlich nach Winter schmecken. Hier haben wir jetzt nämlich reichlich davon. Herrlich!

Gestern habe ich wieder einmal in großem Stil den Kochlöffel geschwungen. Es gab Kürbisrisotto. Ich muss sagen, ich war echt stolz auf mein Werk! Es hat gemundet 🙂
Die Kinder wussten natürlich nicht, dass es Kürbis ist, sonst hätten sie keinen Bissen davon angerührt. Da Karottenstückchen zu sehen waren und das Ganze orange war, haben sie angenommen, sie würden es mit einem Karottenrisotto aufnehmen und ich habe sie in dem Glauben gelassen. So weit, so gut.
Lorenzo gab beim Hinsetzten an den Tisch prophylaktisch mal ein gepflogenes „ewwww“ von sich. Danke dafür. Am Schluss hatte er eh alles aufgegessen und als ich ihn fragte, ob es ihm geschmeckt hatte, musste er zugeben, dass es sehr gut war. HA, got‘cha!
Nein, mal ganz im Ernst; das war schon das zweite Mal, dass er so etwas gemacht hat (das erste Mal war’s „a typical disgusting …“) und wenn das noch einmal vorkommt, werde ich ihm in ernstem Tonfall klar machen, dass man so etwas nicht sagt, wenn jemand gekocht hat – besonders nicht, bevor man überhaupt gekostet hat.
Ich will mich ja echt nicht in Sabinas Erziehung einmischen, aber ich lasse mir das nicht gefallen und wenn sie ihren Kindern nicht sagt, dass sie sich mir gegenüber ordentlich benehmen sollen, dann sage ich es ihnen eben. Ich werde mir das sicher nicht gefallen lassen. Der Scherz ist ja, dass sie einfach mal auf gut Glück losjammern, wenn ich etwas koche.
„Es ist scharf.“ – „Nein, ich habe weder Pfeffer noch Paprika hinein gegeben, weil ich weiß, dass ihr es nicht gern habt. Deswegen steht es auch zum Nachwürzen am Tisch.“ – „ Doch, es ist scharf.“ – „Nein, ist es nicht. Wie kann’s scharf sein, wenn nichts dergleichen drinnen ist?“ – „Was ist dann dieses schwarze Ding da?“ – „Rosmarin. Und den esst ihr.“
„Da ist Parmesan drin. Ich mag keinen Parmesan.“ – „Nein, da ist kein Parmesan drinnen, wirklich nicht.“ – „Doch, ich sehe es ja. Da, was ist das?“ – „Das kommt vom sauren Rahm. Ich schwöre da ist kein Parmesan drinnen.“
Der größte Fehler, den man da machen kann, ist zuzugeben, einen kleinen Fehler gemacht und, zum Beispiel, eine Prise Pfeffer hinzugefügt zu haben. Dann geht das Theater los. So wie gestern. Dramatisches Hecheln und Jammern, als hätte man ihnen gerade eine gesamte Chilischote der gemeinsten Sorte in den Mund gesteckt. Dabei war das Risotto etwa genauso scharf wie meine Sicht ohne Brille/Kontaktlinsen – und ich hab recht schlechte Augen.

Gestern ist mein neues Headset angekommen. Skype kann also wieder heiß laufen 🙂 Eingeweiht habe ich das gute Ding mit einem Gespräch nach Michigan. 😀 Habe endlich wieder einmal mit meiner amerikanischen Schwester Ariel geskypet. Wird nicht das letzte Mal gewesen sein für die nächste Zeit. Ich hab mich echt gefreut, wieder einmal mit ihr zu reden!

Cyndie und ich haben einen Beschluss gefasst: Jede Woche probieren wir zwei Restaurants hier in Rom aus. So kommen wir etwas herum und lernen die italienische Cuisine etwas besser kennen. 🙂 Den Anfang machten wir heute in der Mozzarella-Bar direkt vor dem Tor zur Società Dante Alighieri auf der Piazza di Firenze. Es war KÖSTLICH! Wir bestellten beide eine Pizza und waren höchstzufrieden mit unserer Wahl. Man kann dort entweder Panini zu sich nehmen – für den kleinen Hunger – oder sich an einen der Tische setzen, die zum Restaurant gehören. Es liegt wohl auf der Hand, dass jede Speise etwas mit Mozzarella zu tun hat. Sie bieten vier verschiedene Mozzarellavarianten an und neben pizze gibt es auch Salate, kalte Platten und diverse andere deliziöse Gerichte. Ich muss auf jeden Fall noch einmal dort hin, um etwas anderes zu probieren. Freu mich schon!

Wir haben übrigens endlich auch Bäcker entdeckt. (Haha, witzig, an diesem Punkt bin ich bei genau 666 Wörtern angekommen. 😀 ) Mein Stammbäcker wird der gleich bei der Sprachschule, den ich sogar schon am ersten Tag hier in Rom entdeckt habe. Ich hatte nur nicht an ihn gedacht. Es ist auch nicht wirklich NUR eine Bäckerei. Sie verkaufen auch Eis und man kann Café trinken. Jedenfalls haben die ganz ganz ganz tolle Sachen. 😀 Mjam!

Ich habe beschlossen mein Italienisch jetzt wirklich hardcore anzugehen. Ich will unbedingt besser werden, damit ich endlich ordentlich mit den Menschen hier kommunizieren kann. Wo kommen wir denn da hin, wenn mich ein fescher Italiener anspricht und ich ihm nicht in meinem besten Italienisch eine charmante Antwort geben kann? Nicht auszudenken, wenn er dann nicht einmal Englisch kann. Außerdem will ich zu Weihnachten in Wien schon mit meinen Sprachkenntnissen angeben können! 😉
Also: Üben, üben, üben.

Die Busfahrten hier sind immer wieder unterhaltend. Manchmal ist es spannender als ein Actionfilm, dank der Fahrweise des Fahrers oder anderer Verkehrsteilnehmer. Vorgestern hat ein Motorradfahrer ein Wahnsinnsding abgezogen. Mir ist fast das Herz stehen geblieben. Zwei Busfahrer manövrieren gerade ihr Gefährt (in dem einen sitze ich) an einer Straßenmündung aneinander vorbei (beide Busse gehörten zur selben Linie, fuhren aber in die jeweils andere Fahrtrichtung) und dieser Irre mit zwei Rädern unterm Hintern (in Fahrtrichtung des anderen Busses) schneidet die sich aufeinander zu-/aneinander vorbeibewegenden Busse, indem er mit Vollkaracho auf die Spur meines Busses wechselt, eine scharfe Kurve vor den anderen Bus macht und mit einer weiteren scharfen Kurve auf die Piazza Vescovio rast. Und da war nicht weißgottwas für ein Platz zwischen den Bussen. Kompliziert erklärt. Klingt möglicherweise auch nicht so arg, war’s aber.
Außerdem sind die Sitze in den Bussen ausnahmslos Vollplastiksitze, auf denen sich’s besser rutscht, als auf der Wasserrutsche. Da kann nicht einmal der Blanke-Pobacken-Trick mithalten.
Klingt witzig, ist es aber nicht so richtig, wenn man unglaublich fertig ist und es vorziehen würde einfach nur zu SITZEN, anstatt sich darauf zu konzentrieren, nicht in hohem Bogen aus dem Sitz geworfen zu werden. Jaja, da spielen sich kleine Dramen ab.

Dienstagabend habe ich mich mit Cyndie und einer ihrer Freundinnen aus der Kirche getroffen. Diese kommt ursprünglich aus Moldawien, lebt hier aber seit 2001. Sie ist wahnsinnig lieb und hat uns eine UNGLAUBLICHE gelateria gezeigt, bei der man für 2 € ungefähr 1 kg Eis auf die Tüte getürmt bekommt. Gott sei Dank hatte ich nichts zu Abend gegessen! 😉 Mann, war das gut!

So. Und jetzt werde ich mich zu Bett begeben. ich schlafe nämlich streng genommen viel zu wenig und habe Monsterringe unter den Augen, die ich gerne loswerden würde, für den Fall, dass mir morgen mein Traummann über den Weg läuft. 😉

Und ja, ich steh auf Übertreibungen und stehe auch darauf und abgesehen davon stehe ich noch dazu. Somit: Gute Nacht!
(Mist, wieder Mitternacht…)

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Ein Kommentar zu “R wie Risotto, Rutschpartie, Restaurant, …

  1. Pingback: Motivation = 0 | piagoesrome

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