I’m back!

Auuuujaaaa ich bin wieder gesund und munter 🙂
Also ich muss schon sagen ich bin sooo froh, dass ich kaum je etwas Schlimmeres habe als Bronchitis. Kann mich gar nicht mehr an das letzte Mal erinnern, als ich Fieber hatte. Vor Montag, meine ich. Montagnachmittag und die Nacht auf Dienstag waren echt unangenehm. Ich hatte Wahnsinnskopfweh, meine Lymphknoten haben sich angefühlt als würden sie gleich platzen, mein Hals hat total wehgetan, ich war unfassbar erschöpft, mir hat alles wehgetan und ich hatte Schüttelfrost. Hell yeah, das volle Programm.
In der Nacht hab ich eine Schüssel mit kaltem Wasser neben meinem Bett stehen gehabt und mir einen feuchten kühlen Waschlappen auf die Stirn gelegt. Nur so konnte ich zumindest halbwegs schlafen. Mein Kopf hat gepocht wie blöd und alle 2-4 Stunden bin ich aufgewacht. Noch dazu hatte ich ständig Durst, obwohl ich untertags ungefähr vier Liter Tee getrunken hatte. In der Früh war ich noch immer etwas wackelig, weswegen ich meinen Italienischkurs geschwänzt hab aber es ging mir Gott sei Dank schon bedeutend besser. Lediglich das Kopfweh und mein weher Hals plus geschwollene Lymphknoten blieben mir noch zwei weitere Tage erhalten. Der Appetit meldete sich Dienstagabend zurück. Also hat das Kranksein nicht mal einen Nebeneffekt namens Abnehmen gehabt. 😉 Scherz.

Sabina kam Mittwoch Früh zurück, was sehr angenehm war, weil sie sich um die Kinder kümmern und ich mich noch etwas erholen konnte. Am Abend gab‘s wieder einmal die herrliche Lasagne der Großmutter. Wir haben übrigens noch eine im Tiefkühler. 😉
Im Vorfeld hatte ich die glorreiche Idee ohne Latexhandschuhe getrocknete rote Paprikaschoten zu mit den Händen zu zermahlen, um damit Gerichte würzen zu können – Sabina hat Peperoncino so besonders gerne. Diese Spitzenidee bescherte mir brennende Hände für, brennende wo-auch-immer-ich-mir-mit-meinen-Händen-auch-hin-fasste und brennende Augen beim Einsetzen der Kontaktlinsen drei Tage. UND ich hatte einen seltsamen Traum: Ich habe geträumt, dass meine Hände permanent der Sonne ausgesetzt sind und ich eine komische Art von Sonnenbrand bekomme.
Ich hab zwar nach Mitteln gegen das Brennen gegooglet, aber weder half es, meine Hände mit Olivenöl und Salz, noch sie mit Joghurt einzureiben. Mehrmaliges Händewaschen brachte mich auch nicht bedeutend weiter.

Donnerstag war ich wieder auf den Beinen und bin zum Kurs gegangen. Am Donnerstag endet mein derzeitiger Kurs, also muss ich mich für den nächsten anmelden. Der geht tollerweise direkt nächste Woche weiter. Ich wollte ja das nächste Level überspringen (A2) und direkt zum übernächsten übergehen (B1), weil ich schon viel gelernt, habe, was in A2 durchgenommen wird. Eigentlich wollte ich zu diesem Thema meine Lehrerin befragen, aber ich habe jetzt mit einem Mädchen gesprochen, die gerade B1 abschließt und bin jetzt davon überzeugt, dass B1 besser für mich ist.

Cyndie ist am Samstag nach Barcelona geflogen, wo sie eine neue Gastfamilie gefunden hat. Ich freue mich sehr für sie, zumal die neue Familie wirklich wunderbar zu sein scheint. Trotzdem ist es traurig, dass sie nicht mehr hier in Rom ist. Ich war eigentlich trauriger, als ich erwartet hätte.
Aber wer weiß, vielleicht kommt so ein Besuch in Barcelona zustande. 😉
Außerdem werden wir schreiben und skypen und alles. Ist ja kein Lebewohl.

Freitagnachmittag verbrachten wir noch einmal gemeinsam. Wir waren im Disneyshop, wo sie für das Mädchen ihrer neuen Gastfamilie ein Geschenk und mir einen 101-Dalmatiner-Schlüsselanhänger gekauft hat – als Dankeschön für meine Hilfe mit der Familie und so. Irre süß! Leider sind diese Schlüsselhänger ja lebensgefährliche Waffen. Beim Versuch sie am Schlüssel anzubringen bricht man sich fast die Finger und definitiv die Nägel. Muss noch rausfinden, wie ich den Ring davon überzeugen kann, sich soweit aufbiegen zu lassen, dass ich den Schlüssel draufschieben kann.
Mein Abschiedsgeschenk an sie war ein kleiner Plüschtiger, den sie besonders herzig fand und „Pia“ taufte. Eigentlich wollte ich ihr ja Süßigkeiten schenken, weil sie Süßes so gerne hat. Im Nachhinein bin ich echt froh, die Süßigkeiten nicht schon im Voraus gekauft zu haben, weil sie nämlich derzeit kein Insulin hat (hab nicht ganz verstanden wieso) und ein bisschen Probleme mit ihrer Diabetes hat. Sie meinte, dass es jetzt sowieso egal wäre, weil ihre Familie hier sie ohnehin schon verurteilt hat.

Am Abend wollten wir noch ein letztes Mal essen gehen und eine kleine Abend-Kameratour machen. Jetzt hängen hier nämlich schon recht viele Weihnachtsdekorationen und –lichter (die ersten hingen schon vor einem Monat). Ich liebe es die zu fotografieren! 🙂

Aus dem Plan wurde aber leider nichts. Ihre römischen Gasteltern sind echt ungeniert:
Eigentlich hatte Cyndie vor, am 5. Dezember nach Barcelona zu fliegen, aber die Gasteltern hier haben so schnell ein neues Aupair gefunden, dass sie wollten, dass Cyndie jetzt schon fliegt. Wenn’s möglich ist, doppelt rausgeworfen zu werden, dann muss dieser Fall das perfekte Beispiel dafür sein.
Als Cyndie gestern mit mir den Abend verbringen wollte und fragte, ob das in Ordnung wäre, sagten die Eltern, dass sie ausgehen würden und Cyndie doch bitte zu Hause bleiben sollte, um das neue Aupair, das Freitagabend einzog, zu unterstützen. So eine Frechheit! Sollen sie halt nicht unbedingt am ersten Tag ausgehen, an dem das neue Aupair da ist. Ganz ehrlich, zuerst Cyndie zweifach rauszuwerfen und sie dann auch noch an ihrem letzten Abend in Rom arbeiten zu lassen, obwohl das neue Aupair eh schon da ist? Egoistische Megafrechheit.
An Cyndies Stelle hätte ich mich nicht so behandeln lassen, aber leider hat sie nichts gesagt – weder, als sie ihr gesagt haben, dass sie wegen ihrem Diabetes gehen soll, noch an diesem Abend.

Ich hör hier so viele komische Geschichten von den Familien der verschiedenen Aupairs. Manchmal frag ich mich echt, wofür sich die Leute halten und wofür sie Aupairs halten.
Nein, ein Aupair ist kein Mutterersatz, kein „Hundesitter/Kindererzieher/Putzfrau/Haushaltshilfe-All-In-One-Package“ für einen „pay-1-get-4-deal“. Aupairs sind junge Frauen (und manchmal auch Männer), menschliche Wesen mit Grenzen und Gefühlen, Aupairs sind zur Unterstützung da und nicht dazu, die Eltern zu doublen.

Jetzt sind es also nur mehr vier Wochen bis Weihachten. Wie verrückt ist das? Abgesehen von den Weihnachtsdekorationen und –lichtern hier fühlt es sich null nach Weihnachten an. Wortwörtlich nämlich – von winterlicher Kälte keine Spur.
Auf der Piazza Navona wird schon alles für den Christkindlmarkt vorbereitet. Bin schon gespannt – vor allem auf den Punsch! Glaubt ihr haben sie überhaupt Punsch? Und Lebkuchen? Let’s find out 😉

Heeeee ich muss mir ja einen Adventkalender zulegen! Vielleicht stell ich mir auch einen kreativen kleinen persönlichen Adventkranz zusammen. Auja, auja das wird toll.
Und nächsten Samstag ist 1. Dezember. Das heißt: WEIHNACHTSMUSIK-MADNESS ERÖFFNET! 😀

Die Kinder studieren in der Schule gerade „Die Schöne und das Biest“ ein, welches sie am 21. Dezember vor versammelter Elternschaft vorspielen und -singen werden. Donnerstagabend haben die Buben mir ein paar Lieder und Textpassagen vorgetragen und ich muss sagen das war einer der besten Momente, die ich bisher mit ihnen hatte. Sie hatten echt Spaß daran. Federico zwar etwas mehr als Lorenzo, der lieber fernsehen wollte, aber es hat mir echt Spaß gemacht, ihnen dabei zu helfen, ihre Texte zu üben und von ihnen die Songs vorgesungen zu bekommen.

Samstagnachmittag habe ich mit Marie-Louise tratschend bei Giolitti verbracht, obwohl wir eigentlich lernen wollten. Aber ihr kennt das ja: Wenn man sich noch nicht so gut kennt, muss man das halt erst einmal nachholen. Dann kann man lernen. Werden wir auch machen. Wir haben vor, uns ab und zu in der Società Dante Alighieri auf Lernsessions zu treffen. Auf den riesigen Holztischen dort kann man sein Lernlager besser aufschlagen, als auf einem kleinen runden Caffètischerl. 😉
Am Abend waren wir noch mit Clouseau spazieren, dem süßen, aber leider etwas unerzogenen und sturen Golden Retriever ihrer Gastfamilie.

Die Kinder sind derzeit leider sehr zum Diskutieren und zu Ungehorsam aufgelegt. Sie wissen einfach nie, wann es genug ist und sie den Bogen überspannen. Egal wir ernst ich bin, sie haben kaum Respekt vor mir. Sie sind der Ansicht, dass sich alles um sie, um ihr Wohl und ihre Zufriedenheit dreht. That’s not the way life works, lads. Welcome to the world.

Mir sind diese Diskussionen eigentlich echt zu blöd, aber abblocken will ich auch nicht. Ich sage ihnen immer, dass sie mir zuhören sollen, wenn ich ihnen etwas erklären will und mich nicht ignorieren oder sich die Ohren zu halten und „blablabla“ singen sollen. Wenn ich ihnen jetzt sage, dass ich diese Diskussion nicht mit ihnen haben werde, mach ich genau das, was ich von ihnen nicht haben möchte. Ich höre nicht zu. Also diskutiere ich mit ihnen und versuche, ihnen beizubringen, dass sie im Unrecht sind, indem ich so gut wie möglich argumentiere.

Die Sache ist nur folgende: Selbst mit einer sauberen Argumentation kann man jemanden, der kaum Zurechtweisungen zu hören bekommt und keine Konsequenzen für schlechtes oder falsches Verhalten lernt, schwer davon überzeugen, dass er im Unrecht ist. Er lernt ja nicht, dass er dann und wann im Unrecht ist und hat auch kein Gefühl dafür, wann dem so ist.

Hinweis für Allergiker: Wird absolut keine Spuren von Einsicht oder Demut enthalten.

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