Busfahren in Rom

rome-bus-system

Quelle: http://www.venere.com, 28. Februar 2013

Ich kann wirklich nicht beurteilen, ob gerade Römer seltsame Busfahrverhaltensweisen an den Tag legen, da ich in Wien nicht sehr viel mit dem Bus fahre. Ich verpasse wahrscheinlich die ganzen guten Geschichten, die sich dort abspielen, aber hier sind mal meine Erfahrungen.

Manche Römerinnen verwechseln die öffentlichen Verkehrsmittel mit ihrem Badezimmer. Dass man sich im Bus das Make-Up etwas auffrischt, lasse ich mir ja noch einreden. Aber im Bus den Nagelzwicker hervorzuholen und die abgezwickten Nagelteile schön durch die Gegend fliegen zu lassen, auf dass sie sich im Bus verteilen, erscheint mir dann doch nicht angemessen.

Zugegeben: Das Busfahren in Rom kann recht furchteinflößend sein. Ab und zu entfährt einem ein erschrockenes „Oddio!“ und man erleidet einen minderen Herzinfarkt, aber folgende Geschichte toppt alles:
Ich hatte mich gerade von meiner Familie verabschiedet, die mich für fünf Tage hier in Rom besuchen gekommen war. Sie saßen bereits im Taxi nach Fiumicino, während ich bei Termini auf den Bus nach Hause wartete. Endlich fuhr er in den Busbahnhof ein, der 92er. Etwas erschöpft vom traurigen Abschied ließ ich mich auf einem der Sitzplätze nieder und wartete gedankenversunken auf die Abfahrt. Langsam füllte sich der Bus. Direkt neben mir bezogen zwei Polinnen Stellung, die sich miteinander unterhielten – Mutter und Tochter, wie ich annahm. Ja und dann fuhr der Bus endlich los. UND DIE ZWEI BEKREUZIGEN SICH! Made my day!

Das Aussteigen aus dem Bus ist für Römer eine Paniksituation. Kaum schließt sich die Türe nach dem Halten an einer Station, hört man mehrfach aufgeregte Stimmen „Scende?“ („Steigen sie aus?“) fragen. „Permesso! Permesso!“ rufen andere unruhig und drängen sich durch den Bus. Leidln, chillts. Wir sind noch nicht mal am nächsten Halt.

Jetzt zur Preisfrage: Die Faustregel beim Aus- und Einsteigen ist welche?
Goldrichtig! „Zur Seite treten, aussteigen lassen und DANN einsteigen.“
Die Römer haben das noch nie gehört. Sobald die Türen sich öffnen wird fleißig von außen gegen den Menschenstrom von innen angedrängt, quetschen sich die ersten Ungeduldigen an beiden Seiten des Ausstiegs in das Fahrzeug und stellen sich die Obergenies direkt vor den Ausgang.
Um Himmels Willen, meine Lieben!

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